Warum jammern, dass du aufstehen musst? Freu dich, dass du es kannst!

06:30 Uhr am frühen Morgen. Bevor ich noch meine Augen öffne, spüre ich nach wie es mir heute geht. Bin ich schlapp oder gibt’s Energie zum Bäume ausreissen? Oder sagen wir mal Gras um uns nicht zu überfordern.
Sind die Gelenke steif oder kann ich sie vielleicht heute ohne Schmerzen bewegen? Wie fühlt sich der Kopf an? Ist er leicht oder plagen ihn Kopfschmerzen?

Wenn du am Abend davor eine lange Nacht mit Alkohol und Tanz hinter dir hast, dann Glückwunsch. Es geht vorbei und war hoffentlich ein großer Spaß! So soll es sein und das braucht der Mensch auch ab und an.
Dein Körper versucht sich gerade zu regenerieren und sagt dir gleichzeitig, dass es hier an etwas „ZUVIEL“ gegeben hat. Er wird es mit größter Wahrscheinlichkeit überleben.
Vielleicht bist du auch erkältet oder hast dich im Sport überfordert. Jeder kennt dieses Gefühl und verleiht den Start in den Tag etwas beschwerliches und du freust dich auf den Abend im gemütlichen Bett.

Wie ist es jedoch, wenn du dieses Gefühl mehr als ein halbes Jahr an jedem Morgen hättest? Egal ob an einem Sonntag oder Mittwoch ohne einer lustigen Partynacht davor?

Du steigst aus dem Bett, fühlst nach ob dich deine Beine halten oder einfach zu schwach sind um dich in den nächsten Raum zu tragen. Die Freude ist umso größer, wenn du ohne Beschwerden einfach deine Morgenrituale „meistern“ kannst. Meistern würde ich hier eigentlich Fett schreiben, denn was du als selbstverständlich und mühsam empfindest, ist für andere ein Grund zum Freudentanz. Wochentag oder Uhrzeit spielen hier keine Rolle. Der Großteil denkt schon beim Augenaufschlag, was für ein anstrengender Tag das wohl sein wird. „Ich möchte nicht aufstehen, bin zu müde. Warum kann es nicht schon Samstag sein?“

Ich habe es mir bis heute, 2 Jahre nachdem mir dieses Gefühl aufgezwungen und täglich erstmals richtig bewusst wurde, erhalten. Ob anstrengende Tage oder Termine ins Haus standen. Jeden Tag war und bin ich froh, aufstehen zu dürfen und zu können. Nicht zu „müssen“!
Dieses Gefühl ist nicht mehr so intensiv wie am Beginn, aber nach wie vor aufrecht. Und ich möchte es nicht mehr missen und mir erhalten. Ich spreche hier nicht von den erwähnten Ungemütlichkeiten, sondern von dem bewussten Aufwachen und Freude darüber, aufstehen zu dürfen.

Du machst dich auf den Weg ins Büro. Begrüßung der Kollegen mit einem „Guten Morgen“ oder einem stummen Blick ihrerseits der aussagt: „Was soll an dem Morgen gut sein? Generell an einem Montag Morgen?“
Es wird über das Wetter geschimpft oder das doch endlich Freitag sein soll.

An einem Freitag wird es dann schon etwas lockerer, denn das Wochenende ist in Sicht und hier hört man dann schon beruhigte Worte wie: „Das ist wirklich ein guter Morgen! Endlich Freitag! Mir geht’s schon viel besser!“
Des öfteren habe ich auf diese Antwort ein: „Wenn der Wochentag wegfallen würde, wie würds dir dann gehen?“ gegeben. Die Antwort war dann oft ein „Eh gut, dann würde es keinen Montag geben“.

Wie oft wurde ich in der Früh gefragt, warum ich so fröhlich bin. Warum bist du so gut drauf? Meine Antwort war immer dieselbe.
„Warum denn nicht? Warum sollte ich schlecht drauf sein? Weil heute Mittwoch ist und nicht Freitag? Ich nicht ab morgen auf Urlaub bin? Ich habe gut geschlafen, bin wieder aufgewacht und es geht mir gut.“
Meistens habe ich verständnislose Blicke gewonnen. Ich war trotzdem fröhlich.

Es wird euch Gleichgültig sein, ob ihr euch im Urlaub, am Beginn eines Montags oder Freitags inmitten eures Alltags befindet. Es wird nebensächlich was für Termine anstehen und wie lang der Tag vielleicht sein wird. Aber es wird ein Hauptbestandteil des Aufwachens, zu fühlen wie Freude aufsteigt, indem ihr noch mit geschlossenen Augen einen Self-Check macht und Dankbar seid, dass es euch gut geht und ihr mit diesem Bewusstsein in den Tag starten könnt. Allein dieses Gefühl macht für mich einen wunderbaren Tag aus. Mitten im Alltag, Pflichten und lästigen Terminen. Die zwar trotzdem anstrengend sind, aber ich mit Dankbarkeit entgegensehe. Einfach weil ich darf und kann!

4 Antworten auf „Warum jammern, dass du aufstehen musst? Freu dich, dass du es kannst!“

  1. Meine liebe Yvonne,
    wie froh bin ich, dich kennen zu dürfen! In der schlimmen Zeit hast du kein einziges Mal gejammert, auch wenn du jeden Grund und jedes Recht dazu gehabt hättest. Von dir konnte ich so viel lernen! Du bist ein wunderbarer Mensch, denn du bleibst dir selbst treu. Ich bin so stolz auf dich! Ich wünsche dir viel Gesundheit auf deinem weiteren Lebensweg und freue mich, auch in Zukunft so manches mit dir erleben und teilen zu dürfen! Entwickle dich immer wieder weiter, denn gerade das macht dich zu einem beeindruckenden Menschen! Alles Liebe, deine Jasmin

    1. Liebe Jasmin,
      danke dir für die lieben Worte!
      Das beruht auf Gegenseitigkeit. Du hast mir vor, während und nach der schweren Zeit so viel Kraft und Energie verliehen. Immer motiviert und Zuspruch gegeben, obwohl wir uns persönlich viel zu selten sehen.
      Und gerade das macht es noch wertvoller!

  2. ich kann das sehr gut nachvollziehen. als ich vor 2,5 jahren eine woche im krankenhaus verbracht habe, wegen schon viele monate andauernder rückenprobleme, ist mir das so richtig bewusst geworden. wie glücklich man sich schätzen kann, einen stinknormalen alltag zu haben, während andere menschen tag für tag in einem bett aufwachen, wo der wochentag ohnehin keine rolle spielt, weil es für sie aus gesundheitlichen gründen keinen alltag gibt.
    ich finde es trotzdem nicht immer so einfach, dieses bewusstsein aufrechtzuerhalten. dennoch sollte man es immer versuchen.

    1. Liebe Paleica,
      ich hoffe du bist jetzt wieder vollständig gesund!
      Dieses besagte Bewusstsein aufrechtzuerhalten ist immens schwer bzw es auch umzusetzen, wenn der Alltag wieder funktioniert und dich mitgerissen hat. Das kann ich bestätigen.
      Es ist aber immer da und sobald ich merke, dass ich mich wieder zu tief in dem Strudel des „Vergessens“ befinde, setze ich mich bewusst damit auseinander, um es wieder zu aktivieren und zu leben. Das bringt mich sehr oft wieder auf den Boden der Tatsachen zurück und kann meine Prioritäten wieder neu ordnen 🙂
      Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und das du gesund bleibst!
      Liebe Grüße, Yvonne

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